FACE-INFO-WEBINAR: DIE ZUKUNFT DER TURTELTAUBE IN EUROPA – PERSPEKTIVEN ZUR JAGD UND NATURERHALTUNG

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Am 14. Juli 2021 diskutierten Jagd- und Naturschutzexperten mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments online über “Die Zukunft der Turteltaube in Europa; Perspektiven zur Jagd und Naturerhaltung“ im Rahmen eines von dem Europäischen Verband für die Jagd und Wildtiererhaltung (FACE) organisierten Info-Webinars. Ziel war es, Jäger und Entscheidungsträger über den Stand der Dinge und die nächsten Schritte in Bezug auf die Bejagung und Erhaltung der Turteltaube in Europa zu informieren.

Das Webinar folgte zeitnah im Anschluss an das große Interesse an die von der Europäischen Kommission organisierten Workshops zum adaptiven Entnahmemanagement für die Turteltaube und konzentrierte sich auf die Erhaltungsmaßnahmen und Jagdbestimmungen für diese Art.

Während des Webinars informierte Professor Gregorio Rocha von der Universität Extremadura  über die aktuellen Erhaltungsbedürfnisse dieser Art, das geleistete Engagement der Jägerschaft und die negativen Auswirkungen eines Jagdverbotes. FACE Senior Manager Cy Griffin berichtete über die Entwicklungen zum Prozess des Adaptiven Entnahmemanagements und gab einen Überblick über die zu erwartenden Szenarien.

Für die Länder entlang der zentralen und östlichen Zugroute  steht bereits eine Verringerung der Entnahmen um 50 % fest, was mit erheblichen Anstrengungen verbunden ist. Die Regierungen haben sich hierzu bereits verpflichtet, unter anderem mit neuen Systemen zur Erfassung der Jagdstrecken und Unterstützung der Forschung. In diesem Zusammenhang erläuterte Tristan Breijer, Director of Strategic Partnerships bei Hunter&Co., Europas größter Applikation für Jäger, den Mehrwert von Smartphone-Anwendungen für die Erfassung von Jagdstrecken, das Monitoring und die Forschung.

Für allgemeine Frustrationen sorgte natürlich auch die Situation entlang der westlichen Zugroute, dies vor allem, weil dort die Erholung der Turteltaubenbestände im Rahmen begrenzter Entnahmen möglich ist und Jäger bereit sind, dies zu akzeptieren, gepaart mit der Tatsache, dass die Optionen für Restentnahmen nicht umfassend untersucht worden waren.

FACE Präsident Torbjörn Larsson, erklärte hierzu: “Es ist sehr bedauerlich, dass, anstatt das Entnahmen verringert und Mitgliedstaaten entlang der westlichen Zugroute unterstützt werden, die Europäische Kommission mit Nachdruck auf eine Nullentnahme drängt, verbunden mit Vertragsverletzungsverfahren gegen Frankreich und Spanien. Zudem wurde mit  Vertragsverletzungsverfahren gegen andere Mitgliedstaaten entlang der westlichen Zugroute gedroht,  was die Entscheidungsfindung für ein adaptives Entnahmemanagement unmöglich macht”.

Darüber hinaus betonten mehrere Abgeordnete verschiedener Fraktionen – Álvaro Amaro (EVP, Portugal), Alex Agius Saliba (S&D, Malta), Isabel Benjumea-Benjumea (EVP, Spanien), Juan Ignacio Zoido (EVP, Spanien) und Josianne Cutajar (S&D, Malta) – die Notwendigkeit eines ausgewogenen Gleichgewichts zwischen Jagd und Naturschutz anstelle einer vollständigen Einstellung der Jagd, was die Einstellung enormer jährliche Erhaltungsmaßnahmen und Investitionen zur Folge hätte. Entscheidungen zur Bejagung der Art in einem Land werden aktuell von den Mitgliedstaaten getroffen.

Unter Verweis auf seinen offenen Brief, der auch von weiteren Europaabgeordneten mitunterzeichnet wurde, drückte Álvaro Amaro, Vorsitzender der interfraktionellen Arbeitsgruppe Biodiversität, Jagd und ländlicher Raum” seine „Enttäuschung über die voreilige und unnachgiebige Position der Europäischen Kommission aus, ein Jagdmoratorium für die Turteltaube einzuführen, obwohl dies von den 10 Ländern, in denen deren Bejagung gestattet ist, abgelehnt wurde.“ Ebenfalls enttäuscht zeigte er sich über das Vorgehen der Europäischen Kommission gegen Frankreich und Spanien, die im Vergleich zu mehreren anderen Mitgliedstaaten nicht gegen die Erhaltung dieser Art verstoßen.

Im Rahmen der offenen Diskussionsrunde nutzten mehrere Vertreter der FACE-Mitglieder (Europas nationale Jagdverbände) die Gelegenheit, sich zur aktuellen Lage in ihren Ländern zu äußern. Dabei verwiesen Sie auf die Unterstützung und die starke Einbindung lokaler Gemeinschaften in die Erhaltung dieser Art. Einige Vertreter zeigten sich aber auch enttäuscht über die mangelnde Anerkennung, die sie erfahren.

Eine umfassende Übersicht über den Stand der Dinge, die Sichtweisen der Jäger und ihre Rolle bei der Erhaltung der Turteltaube bietet Ihnen die Videoaufzeichnung des Webinars (hier).

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